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Sommer

Das ist wieder einmal typisch. Ich habe beschlossen, diesen Sommer nicht zu verreisen, sondern den Sommer zu Hause zu genießen und erst dann meinen Jahresurlaub anzutreten, wenn es in Deutschland einfach nur noch unerträglich grau und trübe ist. Mein Jahresurlaub ist im Dezember.

Tja und da sitze ich nun und habe kürzlich im Juli ernsthaft überlegt, ob ich mit Gummistiefeln ins Büro gehen soll (natürlich hätte ich einen Wechselschuh mitgenommen). Es regnete und regnete und es hörte gar nicht mehr auf zu regnen.

Mahnend hing meine Sommergarderobe nutzlos im Schrank, für all die leichten Kleider und Fähnchen hatte ich so überhaupt keine Verwendung.

Ich bin bekennende Schnäppchenjägerin, aber diesen Sommerschlussverkauf habe ich einfach ausgelassen und mir nichts, aber wirklich gar nichts Sommerliches gekauft, in der sicheren Überzeugung, dass nächstes Jahr auch noch ein Jahr ist und vielleicht haben wir ja nächstes Jahr endlich mal wieder einen richtigen Sommer.

Sicher, es arbeitet sich leichter, wenn es regnet, da kann man auch arbeiten gehen, wohin soll man denn sonst auch groß gehen. Alle Ausstellungen habe ich mir bereits angesehen, die neuen Filme im Kino, die mich interessieren sind bereits abgearbeitet. Es bleibt dabei: Ich würde gerne barfuss auf einer Wiese sitzen, ein Eis schlemmen und eine laue Brise auf meiner Haut spüren.

Meine Oma hatte da genau den richtigen Spruch auf Lager: „Das Leben ist kein Wunschkonzert“. Dabei finde ich meinen Wunsch nach Sommer eigentlich bescheiden und komme mir nicht unbotmäßig vor, nur weil ich mir wünsche, am Wochenende auf der Terrasse zu frühstücken, abends im Garten den Grill anzuwerfen und vielleicht in einen der schönen Badeseen im Umland zu springen.

Aber wie gut, dass es Freunde und Freundinnen gibt. Am vielleicht düstersten Tag dieses Sommers überredete mich eine gute Freundin, mit ihr den Tag in einer Wellnessoase zu verbringen. Ich kam in den Genuss einer Anwendung, die ich nur weiterempfehlen kann. Ich machte eine „Schokoladentherapie“!

Ich roch zum Anbeißen und damit mein Gaumen nicht ein kärgliches Dasein fristen musste, gehörte zur „Schokoladentherapie“ auch eine Auswahl super leckerer aller feinster Schokolade. Und das kann man nun wirklich nicht an einem Sommertag mit 30 Grad im Schatten machen.

Also habe ich beschlossen den vermissten Sommer dadurch zu kompensieren, dass ich Dinge tue, die ich immer schon tun wollte, für die ich aber nie die Zeit oder Lust gefunden habe. Und ganz vielleicht buche ich noch eine Lastminute Reise irgendwo hin, wo es wirklich warm ist. Ich muss ja nicht für drei Wochen fahren, aber eine Woche lang Sonne satt, das wäre doch was.

Für all diejenigen, die den Sommer auch vermissen, habe ich die Anregung, dass sie sich Dinge ausdenken, die die Seele wärmt, wenn schon keinen Sonnenstrahlen, dann eben ein anderes Verwöhnprogramm.

 

Ihre

G. Baumgärtel

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