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Ein Hauch von Frühling
Gut gelaunt und in fröhlicher Grundstimmung erwache ich aus einem ausgiebigen Schlaf. Ich öffne die Augen und erschrecke fürchterlich: Es ist hell, also muss ich verschlafen haben und vergessen haben, den Wecker zu stellen.
Ein hastiger Griff zum Wecker (da ich ohne Brille nichts sehe, muss ich nach dem Wecker greifen, um die Uhrzeit lesen zu können) und ich falle erleichtert zurück ins Bett. Nein, ich habe nicht verschlafen, es ist hell, weil der Frühling naht.
Was für ein Gefühl nicht in der Düsternis aufzuwachen, die Vögel zwitschern ein begeisterndes Lied und meine Wahrnehmung signalisiert mir, mich in fröhliche Farben zu kleiden, denn diese Helligkeit, das Licht und die wärmeren Temperaturen müssen gefeiert werden.
Und so greife ich entschlossen nach einem roten Kostüm, während ich noch beim Anziehen befürchte, dass ich mich im Büro nach meinen konservativen Farben sehen werde. Aber ich fege meine Besorgnis beiseite, es ist Frühling und ich möchte zeigen, dass ich herzlich willkommen heiße.
Als ich die Haustür verlasse, stelle ich fest, dass um 07.30 Uhr vielleicht in meinem Innenleben der Frühling ausgebrochen ist, die Temperaturen um diese Uhrzeit sind alles andere als frühlingshaft und ich beginne sofort mit dem, was ich die letzten Monate schon im Überfluss getan habe, ich friere.
Aber auch das kann mich nicht davon abhalten, stoisch daran festzuhalten, dass jetzt endlich Frühling ist. Ich will raus, möchte in Straßencafe´s meinen Milchkaffee genießen und eine laue Brise auf meiner Haut spüren. Die ganz Mutigen sitzen bei Wind und Wetter draußen, ich brauche schon eine gewisse Wärme, um mich „auf die Straße“ zu setzen.
Im Büro angekommen, reiße ich als erstes alle Fenster auf. Der typische Frühlingsduft fehlt zwar noch, aber mit ein wenig Einbildung kann man ihn schon feststellen.
Und so habe ich den ganzen Tag über gute Laune, ertrage mein rotes Kostüm, denn:
es ist Frühling
und nichts kann mir meine gute Laune verderben, wenn der Winter endlich für mehrere Monate aus meinem Alltag verschwindet.
Ihre
G. Baumgärtel