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Montagskolumne von G. Baumgärtel: Werbeslogans

Jeder von uns kennt eine Reihe von Werbeslogans, aber ist Ihnen schon einmal  aufgefallen, wie gut diese zu unserem beruflichen Alltag passen und wie herrlich erfrischend man diese Slogans schmettern kann?

Sie schreiben eine wunderbare Kostenrechnung, in einer Akte, wie sie das Herz begehrt. Sie finden das  PKH Bewilligungsverfahren, die I. Instanz wurde gewonnen, die II. Instanz verloren, es wurde Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt, die Revision wurde zugelassen, dann das Revisionsverfahren, das mit einem Vergleich unter Einbeziehung nicht rechtshängiger Ansprüche endet. Die Rechnung ist vierstellig und sieht außergewöhnlich gut aus. Sie gehen auf den Druckbefehl und schmettern. „Da, da, da, da, daaaaaaaa – ich liebe es“. Während Sie noch zum Drucker laufen, denken Sie „Hunger nach mehr“.

Sie lassen die Rechnung sofort unterschreiben, Ihr Chef ist ganz begeistert von dem Rechnungsbetrag, fragt Sie aber zweifelnd, ob die Rechnung denn auch stimmt und Sie antworten: „Ich bin doch nicht blöd“.

Froh gestimmt tüten Sie die Rechnung ein und kämpfen mit dem Umschlag. Endlich ist die Rechnung wohl eingetütet und Sie brummen: „Geht nicht, gibt`s nicht“.

Das Telefon klingelt, ein gänzlich Unbekannter ruft in Ihrer Kanzlei an und fragt: „Ich hab da mal nur so´ne Frage“ und Sie müssen sich beherrschen, um nicht zu summen: „Wenn Du nicht weiter weißt 11883“. Sie erläutern dem neuen Auftraggeber das übliche Procedere (jede Beratung kostet Geld) und verbinden dann mit Ihrem Chef oder Ihrer Chefin. Während Sie noch den Telefonhörer auflegen trällern Sie: „Wir tanken Sie auf“.

Der Mandant landet wieder bei Ihnen, um einen persönlichen Termin zu vereinbaren, er kann aber nur entweder vor 08.00 Uhr, nach 18.00 Uhr oder am Wochenende. Sie vereinbaren – nach Rücksprache – einen Termin am Donnerstag um 18.30 Uhr und singen beschwingt „Make it real“.

Dann werden Sie gebeten, schnell eine Internetrecherche nach einem Urteil durchzuführen, Sie sind ein wahrer Internetvirtuose und während Sie den Suchbefehl noch eingeben murmeln Sie: „bin ich schon drin?“

Feierabend, Zeit nach Hause zu fahren, ihre gemütliche Wohnung wartet auf Sie und trotzdem fragen Sie sich: „Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“ und freuen sich auf den Abend auf Ihrem Sofa von einem sehr bekannten Möbelhaus.

Zu Hause entspannen Sie, schalten das Fernsehprogramm ein, suchen mit zusammengekniffenen Augen nach Ihrer Brille, die sich wieder irgendwo versteckt hat und seufzen glücklich, als Sie die Brille wieder gefunden haben: „Mit dem Zweiten sieht man besser“.

Nur ein Werbeslogan wird Ihnen als ReNo nie über die Lippen kommen, er ist tabu, berufsschädlich und strengstens verboten und dieser wäre: „Geiz ist …“

Ihre G. Baumgärtel

 

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