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Montagskolumne von G. Baumgärtel: Vampire
Sie werden es kaum glauben, ich, in meinem fortgeschrittenen Alter, bin ein aufrichtiger Fan der „Bis(s) zum …“-Serie und lasse es mir daher auch nicht nehmen, die Verfilmungen der Bücher unmittelbar nach Erscheinen im Kino anzusehen.
Für meinen nächsten Kinobesuch werde ich mir aber im Bekanntenkreis die Tochter einer Freundin ausleihen, die mich begleiten soll. Dann wirkt es so, als ob ich mit meiner Tochter gemeinsam ins Kino gehe und die staunenden Blicke der Teenager, was denn „so eine alte Frau“ in diesem Film zu suchen hat, gehen mit einer einleuchtenden Erklärung an mir vorbei.
Beim letzten Besuch hatte ich den Altersdurchschnitt im Kinosaal um mindestens eine Generation überschritten, mit großem Abstand war ich das älteste Fossil im Saal.
Umso mehr habe ich es genossen, den überwiegend jungen Mädchen (es waren auch ein paar junge Herren anwesend, aber doch deutlich in der Unterzahl) bei ihrer Begeisterung für den Film zuzuhören.
Es erscheint Edward Cullen (Robert Pattison) auf der Leinwand und ein ohrenbetäubendes Kreischkonzert (ähnlich, als wenn die Teenie-Band Tokio Hotel auftritt) übertönt den Dialog auf der Leinwand.
So geht es bei allen männlichen Hauptakteuren, die jungen Mädchen und ein paar junge Frauen zeigen deutliche Anzeichen von Heldenverehrung. Ich hingegen lächele still in mich hinein und denke daran, dass ich einst vor vielen Jahren (mehreren Jahrzehnten) für die Bay City Rollers, die vermutlich kaum einer mehr kennt, eine ähnliche Verehrung empfunden habe. Solche Anbetung ist ein Teil des Erwachsenwerdens und die Mädchenriege, die in der Reihe hinter mir saß, hat sich nach jeder Kreischattacke erst einmal genüsslich mit allerlei Süßigkeiten für den nächsten Einsatz gestärkt.
Natürlich habe ich mich gefragt, was ich in einem Saal voller junger Menschen eigentlich verloren habe, aber, mir gefällt die Geschichte, denn es ist eine schöne Liebesgeschichte, Widrigkeiten müssen überwunden werden und am Ende ist immer alles gut.
Also werde ich mir, wohl wissend, was mich erwartet, nach „Twilight“ und „New moon“ auch noch die nächsten beiden Teile der Geschichte ansehen und bin schon jetzt traurig, da ich aus den Büchern ja weiß, dass es keinen fünften Band und auch keinen fünften Film geben wird.
Den erwachsenen Harry Potter-Fans wird es ähnlich gehen. Wie schade, dass die Abenteuer des Harry Potter nicht weitergehen können, er ist nämlich erwachsen geworden. Ich hingegen offensichtlich in manchen Bereichen noch nicht.
Ihre
G. Baumgärtel