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Montagskolumne von G. Baumgärtel: Urlaub
Auf keinen Fall möchte ich den Eindruck erwecken, ich würde nicht gerne arbeiten. Ganz im Gegenteil, ich liebe meine Arbeit und arbeite gern und viel. Trotzdem ist es so, dass ich mich jedes Jahr aufs Neue auf meinen Jahresurlaub freue und damit beschäftigt bin, mir auszumalen, was ich dieses Jahr Tolles unternehme und wohin die Reise mich diesmal führt.
Es gibt so viele verschiedene Arten Urlaub zu machen, wie es Menschen gibt. Eine große Gruppe der Urlauber reist, in dem sie ins Gebirge fährt, zum Wandern und um in eiskalten Bergseen zu baden. Dafür müsste man mich bezahlen, Urlaub stelle ich mir anders vor.
Dann gibt es eine große Zahl derjenigen, die zu Hause bleiben, renovieren, umziehen oder einfach nur faulenzen. Wenn der Sommer in Deutschland schön ist, dann ist zu Hause bleiben eine Alternative, aber ich vergesse nie die Urlaube, in denen ich mich um Umzug oder Renovierung gekümmert habe: nach dem Urlaub hatte ich dann immer das Gefühl, mich erst einmal erholen zu müssen.
Mich zieht es ans Meer zu möglichst endlos langen, unbevölkerten Stränden und gegen Palmen habe ich auch nichts einzuwenden. Nun kann auch ich nicht vier Wochen am Strand liegen und sonst nichts tun, also am Besten ein Strandurlaub kombiniert mit einer schönen Rundreise, die von dem Land und der Kultur viel zeigt. Die Türkei, Ägypten, Mexiko, Thailand u.v.a.m. bieten sich für solche Urlaube in bestechender Weise an.
Es ist soweit, ich stehe kurz vor meinem Jahresurlaub und habe natürlich festgestellt, dass ich für den diesjährigen Urlaub überhaupt keine Garderobe habe. Der Urlaub ist daher wieder einmal Anlass dafür, dass ich die Anzahl meiner Kleidung erhöhen werde. Vorfreude ist doch immer die beste Freude.
Ganz schnell wird der Urlaub zum zentralen Thema: Zeitungen abbestellen, jemanden organisieren, der die Blumen gießt und sich um die Post kümmert und natürlich die Urlaubsvorbereitungen im Arbeitsalltag.
So schön, wie der Urlaub für den Urlauber ist, die, die zu Hause bleiben, haben immer all die Arbeit aufzufangen, die üblicherweise eben durch mehrere Hände erledigt wird. Akten, die schon lange hätten bearbeitet werden müssen, werden noch in aller Schnelle erledigt, Aktenvermerke geschrieben und ein ganz klein bisschen ist da ein schlechtes Gewissen.
Aber, spätestens in dem Moment, in dem man aus dem Büro tritt und laut innerlich „Urlaub“ jubelt, ist das schlechte Gewissen vergessen und es zählt nur noch die Freude. Was wird es diesmal wieder alles zu erzählen geben, welche Bilder werde ich festhalten. Urlaub ist ein bisschen wie Freiheit, mit der Garantie in den Alltag zurückkehren zu können.
Allen Kolleginnen und Kollegen bereits an dieser Stelle, wann auch immer es soweit ist: „Schönen Urlaub und erholen Sie sich gut“.
Ihre G. Baumgärtel