Startseite » Leitartikel » 2010 » Kolumnen » Musik im Büro?

Musik im Büro?

Wenn Sie möchten, dass ich mit einem Lächeln im Gesicht vor mich hinsumme, dann machen Sie doch bitte Musik im Büro an, ich liebe es. Die Arbeit geht viel leichter von der Hand, wenn im Hintergrund leise Musik spielt. Gute Laune ist kein Problem mit der richtigen Musik im Gehörgang.

Da allerdings fangen die Schwierigkeiten dann an.

Was ist gute Musik?

Diese Frage kann ich für mich mit Leichtigkeit beantworten: natürlich das, was ich gern höre, überwiegend Black Music, Hip Hop, R & B, Soul, Jazz, bevorzugt von den Damen der Musikwelt.

Aber auch für moderne Popmusik bin ich offen, ich kenne (ich habe einen Sohn, der diese Segnungen laut hört) Lady Gaga, Katy Perry und selbstverständlich Beyoncé. Was nun aber, wenn meine Mitstreiter Country, Heavy Metal, Elektropop, Deutschrock oder ähnliche für mich nur selten ertragbare Musik favorisieren?

Ich schlage eine Verlosung auf der Weihnachtsfeier vor. Für ein Jahr ist der Hauptpreis der diesjährigen Tombola, dass der Gewinner die Musik bestimmen darf und niemand, wirklich niemand, darf jammern. Ohropax sind erlaubt, missgestimmte Gesichter verboten.

Während ich das schreibe, stelle ich mir vor, ich müsste ein Jahr lang im Büro Volksmusik hören. Ich vermute, ich würde mich mit der Zeit unweigerlich in eine Killermaschine verwandeln und die Musikanlage zerstören, nur um dem zu entgehen.

Mein Mann hätte dafür eine einfache Lösung; er würde Klassik auflegen, die mag seiner Meinung nach jeder (ich versuche ihm schon seit Jahren vergeblich zu vermitteln, dass Geschmäcker verschieden sind und nicht jeder den Bolero mag) und damit hätte es sich.

Was also tun, wenn alle das Bedürfnis nach entspannender Musik haben, aber keinen gemeinsamen Nenner im Musikgeschmack finden? Wie gesagt, ich bin offen und verträglich, aber bei Musik gibt es eine Grenze dessen, was ich ertragen und hören mag.

Eine Lösung wären die diversen Angebote von zusammengestellter Musik, die sich „Clubmusic” oder so ähnlich nennt. Da findet sich für fast jeden Geschmack etwas und die Wohlklänge könnten durch die Hallen schallen.

Ich frage mich, ob Musik im Hintergrund für die Mandanten störend sein könnte, wenn sie mit uns kommunizieren. Ich glaube eher nein, Musik entspannt jeden und würde vermutlich sogar entlastend wirken.

Also dann: Let’s rock, schalten wir die Musik ein (nicht das Radio, wegen der störenden Wortbeiträge der Moderatoren) und probieren wir es einfach einmal aus.

Und wenn ein Lied mir dann besonders gut gefällt (Beyoncé „... to the left, to the left ...” und „... all the single ladies ...”) singe ich vor Freude laut mit und fordere Sie auf, mit einzustimmen, während Sie einen Ort suchen, an dem ich nicht zu hören bin – und schon haben wir wieder etwas, worüber wir gemeinsam lachen können.

Denn Musik ist einfach wunderbar – oder noch besser gesagt:
Music was my first love (von John Miles)


Ihre G. Baumgärtel

Anmeldung für Mitglieder


Die neuesten Beiträge im Forum: ausblenden einblenden