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Bügeleisen
Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, undankbar zu sein. Selbstverständlich begrüße ich alle Erleichterungen, die es gibt, um den Haushalt zu meistern. Ein Leben ohne Waschmaschine, Kühlschrank, Staubsauger, Entsafter, Waffeleisen, Joghurtzubereitungsmaschine usw. usf. kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.
Aber es gibt ein Elektrogerät für den Haushalt, bei dem ich in begeisterte Jubelschreie ausbrechen würde, wenn es die Arbeit, die zu diesem Gerät gehört, nicht gäbe. Ich gestehe: ich verabscheue bügeln.
Nun bringt es unser Beruf ja leider mit sich (der einzige wirkliche Nachteil), dass wir ordentlich gekleidet im Büro erscheinen müssen. Zerknitterte Blusen oder T-Shirts sind ein „no go“ und einfach ausgeschlossen. Leider hat noch niemand eine Waschmaschine erfunden, aus der die gewaschene Wäsche bügelglatt wieder herauskommt. Ganz im Gegenteil, die Wäsche ist voller Knitterfalten und bedarf der fürsorglichen Behandlung.
Während man bei einem Hausputz ununterbrochen in Bewegung ist, fröhlich durch die Gegend tänzeln kann, steht man beim Bügeln stoisch und mehr oder minder gelassen an einem Fleck und legt Wäschestück für Wäschestück auf das Bügelbrett um es zu glätten. Da hilft auch die beste Musik nichts mehr (Aretha Franklin und „think“), das Bügeln verdammt mich an einen Fleck und ich kann mich nicht bewegen. Mit der linken Hand fixiere ich die Wäschestücke auf dem Bügelbrett, mit der rechten Hand schwinge ich das Bügeleisen.
Noch während ich ein Stück bügele, weiß ich schon, dieses Kleidungsstück ist in kürzester Zeit wieder auf dem Bügelbrett, denn nach jedem Tragen wasche ich meine Wäsche, weil ich gerne frisch sein möchte. Ich suche schon seit Jahrzehnten nach einem Trick, der mir das Bügeln angenehmer macht. Ich habe keinen gefunden.
Es gibt geniale Bügelkünstlerinnen, die beim Bügeln fernsehen können. Das geht bei mir nicht, ich starre gebannt auf das zu bügelnde Kleidungsstück. Dann gibt es die Virtuosen, die nur zwei Minuten benötigen, um eine Bluse zu bügeln. Das schaffe ich leider auch nicht, jedenfalls nicht so, dass ich das gebügelte Kleidungsstück dann auch anziehen kann.
Ständig und überall erfinden Menschen mehr oder minder sinnvolle Gegenstände. Warum erfindet keiner eine für den Alltagshaushalt (und nicht eine Reinigung) bezahlbare Bügelmaschine, bei der ich außer einlegen der Wäsche und herausnehmen der Wäsche nichts mehr tun muss?
Nie ist es so, dass ich nur eine kleine Menge zu bügeln habe, ständig sind es Bügelberge, dabei gebe ich zu, dass ich zwei Kleidungsstücke schon als Berg klassifiziere.
Ich suche also Anregungen von Kolleginnen und Kollegen, wie ich diese ständig wiederkehrende Arbeit so ausführen kann, dass ich dabei nicht die allerschlechteste Laune bekomme. Jede Idee und Anregung nehme ich gerne entgegen, jetzt muss ich aber erst einmal meine Bügelwäsche zu Ende bringen.
Ihre G. Baumgärtel