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Bücher
Gehen Sie niemals mit mir in eine Buchhandlung, es sei denn Sie haben endlos viel Geduld und Zeit. Wenn ich eine Buchhandlung betrete, verlasse ich Raum und Zeit und bin gefangen in der Galaxie der Bücher. Ich kann auch eine Buchhandlung nicht verlassen, ohne dass ich mir (mindestens) ein Buch gekauft habe.
Und das ist der Grund, warum ich so lange in einer Buchhandlung verweilen kann: Aus all den tausenden von Büchern muss ich die heraussuchen, die ich unbedingt haben muss, die ich lesen muss und will und auf die ich nicht warten kann, bis ich sie mir ggf. von jemanden borgen kann.
Dabei bin ich nicht festgelegt. Erwische ich einen guten Krimi, setze ich mich in die Leseecke und fange an zu lesen. Nun könnten Sie mir natürlich vorhalten, dass ich das Buch doch einfach kaufen kann und zu Hause weiter lesen kann. Aber genau das geht ja dann nicht, wenn der Krimi einfach ein guter Krimi ist und mich von der ersten Seite an fesselt.
Aber da sind nicht nur die Krimis, ich bin immer auf der Jagd nach guter Gegenwartsliteratur. Um meinen kunterbunten Geschmack abzurunden, darf es gerne auch ein historischer Roman sein, aber er muss gut sein, wobei nur ich entscheide, wann ich den historischen Roman gut finde. Noah Gordon (Der Medicus), Ken Follet und andere Autoren kaufe ich, ohne dass ich überhaupt eine Zeile des Buches zur Probe gelesen haben. Die bisher gelesenen Bücher dieser Autoren haben mir so gut gefallen, dass ich mich sicher bin, auch die neuen Bücher gefallen mir.
Wenn ich dann aber so einen dicken Wälzer öffne, dann lese ich in der Buchhandlung, die hoffentlich über eine Ecke verfügt, wo man auch Getränke bekommt, mindestens 150 Seiten, ich bin für über zwei Stunden stark beschäftigt und darf nicht gestört werden.
Leider geht es mir ähnlich, wenn ich eine Fachbuchhandlung betrete. All die Neuerscheinungen, Kommentare, Fachbücher laden mich ein, zu verweilen, zu stöbern, zu staunen und wecken das Bedürfnis, alles haben zu wollen, was in meinen beruflichen Alltag passt.
Dabei gehe ich ganz systematisch vor, ich lese zu erst das Vorwort und dann die Danksagung (wenn es eine gibt). Sprechen mich diese beiden an, dann steige ich ein in die Lektüre und hoffe, dass mich der Autor mich selbst und die Welt vergessen lässt und mir eine neue, andere, interessante, anregende Welt zeigt.
Sollten Sie also je mit mir an einer Buchhandlung vorbeikommen und ich Sie fragen, ob wir nicht „kurz“ reingehen wollen, dann antworten Sie entschieden mit einem „nein“, denn kurz wird mein Ausflug in die Welt der Bücher nie sein.
Ihre
G. Baumgärtel