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Wer war eigentlich Hans Soldan?

16.03.2010
Eine Bilderbuchkarriere
Wir alle kennen den Begriff „Hans Soldan“ aus dem Kanzlei-Bestellwesen – ob Kalender, Formulare oder Bürobedarf. Aber wer war Hans Soldan eigentlich? Gehen Sie mit auf geschichtliche und anwaltliche Entdeckungsreise…
Hans Soldan kam am 22.03.1870 in Friedberg/Hessen zur Welt. Nach seinem Abitur und dem Studium der Rechtswissenschaften begann er 1897 seine anwaltliche Tätigkeit. Bereits im Jahre 1908 übernahm er die von Justizrat Kolsen, Berlin, 1904 gegründete Deutsche Rechtsanwaltszeitung (DRAZ). Weiterhin hob Soldan im Jahre 1908 den „Wirtschaftlichen Verband Deutscher Rechtsanwälte“ aus der Taufe. Ziel des „Wirtschaftlichen Verbandes Deutscher Rechtsanwälte“ war es, unter Umgehung des Zwischenhandels den gemeinsamen Einkauf aller Kanzleibedürfnisse seiner Mitglieder zu organisieren und möglichst preisgünstig einzukaufen. Aus diesen Mitteln sollten u. a. auch Mittel gewonnen werden, eine gemeinsame Standeseinrichtung zu schaffen. In den folgenden Jahren erhöhte sich das Warenangebot ständig. Bald entstanden in Düsseldorf, Essen, München, Nürnberg, Dresden Leipzig, Berlin und anderen Städten weitere Ortsverbände.
Weiterhin engagierte sich Hans Soldan, indem er die Wissenschaftliche Hilfsstelle Deutscher Rechtsanwälte, die bis in die 90er Jahre bestand, im Jahre 1912 gründete. Die Tätigkeiten dieser Einrichtung waren die Erstattung juristischer Gutachten sowie die Hilfestellung bei Problemen bei Treuhandgesellschaften sowie im kaufmännischen Bereich durch Spezialisten des in- und ausländischen Rechts.
1914 wurde von Soldan weiterhin die Treuhand Deutscher Rechtsanwälte gegründet, die erfolgreich begann, später jedoch der Kriegsentwicklung zum Opfer fiel.
1929 konnte Soldan einen weiteren Traum verwirklichen. Er gründete die Hans Soldan Stiftung. Die Mittel für diese Stiftung wurden aus dem Vermögen des Wirtschaftlichen Verbandes Deutscher Rechtsanwälte übertragen. Durch die Umwandlung des Verbandes in eine Stiftung wollte er das Fortbestehen der Einrichtung über seinen Tod hinaus sicherstellen.
Soldan erwies sich auch in den Folgejahren als Kämpfer und Förderer der Anwaltschaft und ruhte auch nach der Gründung seiner Stiftung nicht.
Bereits zwei Jahre später, 1931, konnte er für seine Stiftung eine Druckerei in Berlin erwerben. Im gleichen Jahr eröffnete er eine Erholungsstätte für Anwälte und deren Angehörige im Hotel Juliushall in Bad Harzburg. Allerdings sollte der Wunsch nach der Erholungsstätte nicht lange Bestand haben, da der Krieg auch hier seine Opfer forderte. Die Erholungsstätte wurde kurzerhand von den Nationalsozialisten zu Wehrmachtszwecken beschlagnahmt.
Sodann konnte im Jahre 1938 von der Hans Soldan Stiftung ein Fabrikgelände in Berlin gekauft werden, das fortan der Hauptsitz sein sollte.
Das Wirken und der Einsatz von Hans Soldan und seiner Stiftung hat noch heute Bestand. Zweck dieser Stiftung ist u. a., die Aus- und Fortbildung von Rechtsanwälten und Notaren, Referendaren sowie deren Angestellten und Auszubildenden zu fördern sowie gemeinnützige Institutionen der Anwaltschaft und sonstige gemeinnützige Institutionen, die die Aus- und Fortbildung fördern, zu bezuschussen.
Am 12.08.1940 verstarb Hans Soldan im Alter von 70 Jahren. Seine Nachfolge wurde von seinem Schwiegersohn, Dr. Fritz Trops, angetreten. 1951 wurde die Hauptgeschäftsniederlassung nach Essen ins Ruhrgebiet verlegt.
Quellenverzeichnis:
Oberhausen, 16.03.2010
Martina Ortz (Anwalts- und Büroservice)