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Prüfungsangst - mentale Vorbereitung auf die (mündliche) Abschlussprüfung

02.06.2010

Viele Menschen leiden unter Prüfungsangst. Gerade bei Azubis, die noch recht unerfahren sind, nehmen Ängste vor Prüfungen manchmal eine überdimensional große Rolle ein, ganz besonders wenn es um die Zwischen- und Abschlussprüfung geht.... Wie können Sie dagegen vorgehen?

  1. Sagen Sie sich, dass Sie gut sind! Nur wer ein positives Selbstbild von sich hat, ist von sich überzeugt und verhindert dadurch, dass man kraftlos ist für sich selbst. Dadurch nehmen Sie unbegründeten Ängsten und Grübeleien den Raum. Wann immer Sie sich kraftlos fühlen, bejubeln Sie alles an sich – egal was! 
  2. Denken Sie wie ein Gewinner. Gewinner und Teilnehmer unterscheiden sich dadurch, dass der Gewinner immer an die zu gewinnende „Trophäe“ denkt, sprich den Pokal – oder in Ihrem Fall die Note 1 auf dem Gesellenbrief. Wer nur teilnehmen möchte, denkt auch nur über die Prüfungsaufgaben nach und über das Bestehen bzw. Durchfallen bei der Prüfung. Visualisieren Sie, wie Sie stolz Ihr Abschlusszeugnis vorzeigen und welche Chancen sich Ihnen damit öffnen, wie Ihr Chef Sie lobt und Ihre Eltern mit Ihnen voller Wonne prahlen werden. Lassen Sie diese Vorstellungen größer werden als die Angst vor dem Versagen!
  3. Fangen Sie früh genug mit der Vorbereitung auf die Prüfung an, sodass Sie den Stoff Schritt für Schritt wiederholen können. Lernen Sie mit System und Ruhe und nicht mit Stress und Hektik. Bereiten Sie nicht nur schwierige Sachen oder Fälle vor. In Prüfungen – besonders in der mündlichen – werden manchmal überraschend einfache Fragen gestellt. Diese können einen so perplex machen, dass man direkt einen Blackout hat. 
  4. Sehen Sie die Prüfung als Herausforderung an und nicht als Schreckensszenario. Vermeiden Sie Vorstellungen von Durchfallen, Schelte vom Chef, Hohn und Spott. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
  5. Profitieren Sie von den Erfahrungen anderer. Fragen Sie ältere Kollegen, wie ihre Prüfung war. Kaufen Sie sich ein Buch zur Prüfungsvorbereitung und Abschlussprüfung. 
  6. Lernen Sie, sich schnell und effektiv zu entspannen mit der richtigen Atmung: Bauchatmung. Legen Sie Ihre Hände auf den unteren Teil des Bauches (unterhalb des Bauchnabels). Sobald Stress oder Angst aufkommt, fangen Sie an, nicht flach über den Brustbereich, sondern tief über den Bauch zu atmen. Wenn Ihre Hände eine Auf- und Abwärtsbewegung machen, atmen Sie richtig. Diese Entspannungstechnik kann man überall und schnell anwenden, selbst in einer Prüfung. Und sie lässt sich sehr leicht und schnell erlernen. Gleiches gilt, wenn die Knie wackeln (sog. „weiche Knie kriegen“). Spannen Sie die Knie an – so fest Sie können. Und lassen Sie die Muskulatur dann abrupt locker. Wiederholen Sie das ein paar Mal, bis Sie merken, dass Sie wieder „standfest“ sind.
  7. Halten Sie durch. Auch bei Rückschlägen beim Lernen. Sie schaffen das!
  8. Konzentration auf das Wesentliche nennt man Fokussieren, auch bekannt als „Tunnelblick“. Lassen Sie sich beim Lernen nicht ablenken. Und lernen Sie, nach Ihrem eigenen System zu lernen! Nur Sie selbst wissen, wie Sie lernen müssen.
  9. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Handeln. Sie betreten als Azubi die Welt des Erwachsenwerdens. Sie sind verantwortlich für Ihre Leistung und ihr Leben und Ihr Glück. Dazu gehört auch ein gesunder Lebenswandel. Also, nicht bis in die Nacht lernen oder wenig Nahrungsaufnahme aufgrund Nervosität. Zwischendurch ein Äpfelchen, ein Birnchen, ein kleines Müsli bewirken manchmal Wunder. Danach sieht die Welt auf einmal wieder erstaunlich gut aus.
  10. Lerngruppen können ebenfalls Motivation bringen. Manchmal bringen solche Gruppen auch neue Ansätze und Ideen. Tun Sie sich ruhig mit Mitschülern zusammen, aber geben Sie keine Nachhilfe! Wenn jemand nicht auf Höhe ist, wird er Sie ausbremsen. Jeder für sich und der liebe Gott für uns alle.
  11. Wenn Prüfungen tatsächlich ein Alptraum und ein großes Problem für Sie sind, müssen Sie sich desensibilisieren. Das bedeutet, Verfahren zu erlernen mit dieser Angst umzugehen. Manchmal muss man sich dann gezielt Prüfungen aussetzen oder ein Entspannungsverfahren erlernen oder Prüfungspanik durch Sportwettkämpfe beseitigen oder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Das geht aber nicht eine Woche vor der Prüfung, sondern Sie brauchen Zeit dafür, damit Sie sich mit Ihrer Angst auseinandersetzen können.

Erfolge sind die Sahnetörtchen im Leben, Misserfolge sind die Lehrstücke des Lebens, denn aus ihnen lernt man langfristig und nachhaltig. Sie sehen, beides hat einen Sinn.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Abschlussprüfung!

Martina Ortz, Oberhausen

Anwalts- und Büroservice

 

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