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Arbeitsschutz: Tatort Schreibtisch
20.04.2010
Renos arbeiten viel am PC und am Bildschirm. Gerade in diesem Beruf ist es wichtig, seinen Bürostuhl optimal einzustellen und seine Sitzgewohnheiten zu überprüfen bzw. zu optimieren, um Folgeschäden vorzubeugen.
Der Bürostuhl selbst
Der Stuhl selbst ist zunächst einmal eine individuelle „Gefühlssache“, die vom Empfinden jedes Einzelnen abhängt. Der eine bevorzugt einen breiteren Sitz, der andere bevorzugt eine weichere Polsterung. Bürostühle müssen individuell einstellbar und auf den Körper angepasst werden können. Bei neueren und guten Bürostühlen gibt es in der Regel folgende Einstellmöglichkeiten:
- Sitzhöhe
- Kippwinkel der Sitzfläche
- Neigung der Rückenlehne
- Einstellung der Rückenlehne (fest und lose)
- Höhe der Rückenlehne bzw. des Lendenbausches
Beim Kauf eines neuen Bürostuhls sollte dieser nach Möglichkeit ausprobiert werden können. Nicht jedes Modell passt zu jedem Benutzer. Der eine Nutzer ist groß, der andere korpulenter, der nächste bevorzugt eine Armlehnen usw.
Welche Sitzhaltung bei welcher Tätigkeit?
- Bei Tätigkeiten wie Telefonieren, Reden, Nachdenken etc. sollten Sie eine leicht zurückgelehnte und entspannte Sitzhaltung einnehmen.
- Bei Arbeiten wie Lesen, Sortieren, einhändige Eingabe von Daten in den PC, dem Arbeiten mit der Maus sollte die Sitzhaltung aufrecht sein.
- Erst beim Tippen von Schriftsätzen, langen Berichten usw. ist die Sitzhaltung leicht nach vorne gebeugt. Das Gewicht der Arme liegt dabei nahe am Körper. Diese Position belastet den Rücken am gleichmäßigsten und ermöglicht auch ein schnelleres Tippen.
Dieses „abwechselnde Sitzen“ belastet die Muskulatur unterschiedlich statt einseitig und schont daher die Wirbelsäule.
Die Maße
Die Höheneinstellung des Bürostuhls sollte zwischen 420 bis 530 mm liegen. Die Arme sowie die Beine sollten im Bereich des Ellenbogens bzw. der Knie einen Winkel von ca. 90 Grad haben. Die Schreibtischhöhe beträgt 680 bis 760 mm. Die Tastatur befindet sich dabei zwischen 50 und 100 mm von der Schreibtischkante entfernt. Der Bildschirm sollte zwischen 500 bis 800 mm von den Augen entfernt sein. Ein leicht geneigter Blickwinkel von ca. 5 bis 35 Grad (ausgehend von der waagerechten Blicklinie) wird in der Regel als angenehm empfunden.
Die Fußstütze
Durch Einsatz einer Fußstütze soll ein entspannteres Aufsetzen der Füße ermöglicht werden und auch als Hilfe dienen, wenn die Füße den Boden nicht mehr erreichen bei hoher Sitzeinstellung. Sie sollte grundsätzlich in Höhe und Kippwinkel individuell einstellbar und rutschfest sein, damit sie die Beine entlasten und Durchblutungsstörungen und Gefäßerkrankungen vorbeugen kann.
Die Anordnung der Arbeitsmittel
Bei Renos kann man davon ausgehen, dass bei ihrer Tätigkeit überwiegend Schreibarbeiten erfolgen, sprich Blickkontakt zum Bildschirm erforderlich ist. Danach gestaltet sich auch die Anordnung der Arbeitsmittel wie Bildschirm, Telefon, Maus etc.
Der Bildschirm sollte (blendungsfrei) zentral (vor dem Nutzer/vor dem Stuhl) aufgestellt werden. Eine seitliche Anordnung des Bildschirms rechts oder links empfiehlt sich nur, bei gelegentlichen Schreibarbeiten oder bei überwiegendem Abschreiben von Vorlagen. In unmittelbarer Reichweite sollte sich auch das Telefon befinden, sodass man es ohne Umstände und ohne Verlassen des Stuhls mit dem Arm erreichen kann, ebenso die Maus. Man sollte hier seitlich über einen Winkel von 30 Grad nach rechts oder links nicht hinausgehen. Erst die richtige Aufstellung der Arbeitsmittel wie Tisch und Stuhl ergeben einen ergonomischen Arbeitsplatz.
Martina Ortz
Anwalts- und Büroservice (Oberhausen)
