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Kürzlich war ich mit einer guten Freundin D. und ehemalige Kollegin mal wieder beim Chinesen essen und wir haben uns einen Frauenabend geleistet. Da wir beide berufstätige Mütter sind, ist es deutlich schwerer, als in unseren „Singlezeiten“, einen Termin für ein Treffen zu vereinbaren, aber es gelingt und doch immer wieder.

Wir saßen gemütlich zusammen beim Chinesen, haben beide unser Lieblingsgericht bestellt (Ente cross, da tut man auch gleich was für die Hüften) und bekamen nach vertilgter Mahlzeit jede einen winzigen Pflaumenwein und einen Glückskeks.


Mit diesem Glückskeks hat dann wegen der in ihm erhaltenen Weisheiten (ich hatte: „Das Glück wartet schon um die Ecke“, meine Freundin hatte „Du bist auf dem richtigen Weg, folge ihm weiter“) und vielleicht auch wegen des Pflaumenweines die Phase der kichernden und fröhlichen Erinnerungsmomente begonnen.

Weißt Du noch....

So sagte meine Freundin D.: „Weißt Du noch, wie Du damals die eine dicke Akte hast fallen lassen und sich alle Blätter wild im Raum verteilten?“. Oh ja, ich wusste es noch. Ich bin allein bei der Erinnerung an diesen Moment flammend rot geworden und sah mich wieder auf allen Vieren über den Boden des Büros kriechen, um alle Aktenblätter einzusammeln.

Nach diesem Vorfall wurden zukünftig alle Blätter in den Akten nummeriert und natürlich hat sich nie wieder ein ähnlicher Vorfall wiederholt.

Nach dem wir gemeinsam gelacht haben, entgegnete ich: „Weißt Du noch, wie Du einmal die Tipp-Ex Flasche über Deine schwarze Hose gekippt hast?“ Und natürlich erinnerte sich meine Freundin an den Schrecken und das beschämte Gefühl, sich wieder einmal als Tollpatsch erwiesen zu haben.

So ging es weiter, mehrere Glas Pflaumenwein sorgten dafür, dass wir immer lauter wurden und unser Erinnerungsvermögen geschärft war.

Wir endete damit, dass wir uns fragten: „Weißt Du noch, wie wir uns kennen gelernt  haben?“ „Hättest Du gedacht, dass wir mehr als 20 Jahre später zwar nicht mehr Kolleginnen aber immer noch Freundinnen sein würden“?

Und das ist es, was das Leben so umwerfend macht. Menschen, die einen seit Jahren, Jahrzehnten oder einfach nur Ewigkeiten begleiten. Menschen mit denen man eine gemeinsame Vergangenheit hat und Menschen, die einen daran erinnern, dass die Katastrophe des heutigen Tages morgen nur noch ein „Weißt Du noch“ ist.

Insofern „Weißt Du noch?“

Ihre G. Baumgärtel

 

 

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