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20 Jahre Mauerfall 

Mit einer Reihe von festlichen Aktivitäten wird dieses Jahr daran gedacht werden, dass sich der Mauerfall am 9. November 1989 zum 20. Mal jährt. Jeder, der dieses Datum erlebt hat, hat die Bilder dieses magischen Abends vor Augen.

Wenn ich sehe, wie lange das jetzt her ist, verharre ich in der Bewegung, die ich gerade ausüben wollte und frage mich, wie vermutlich so viele: 20 Jahre schon, wo nur ist die Zeit geblieben?

Vor 20 Jahren....

Zum Zeitpunkt des Mauerfalls war ich gerade 24 Jahre alt, hatte die Prüfung zur Bürovorsteherin im Rechtsanwaltsfach erfolgreich absolviert und das Leben lag bunt und schillernd vor mir. Und das war sie auch, die Zeit, die nach dem Mauerfall folgen sollte.

So oft ist von den Politikern propagiert worden, dass die Menschen aus beiden Teilen Deutschlands zusammenrücken und die Mauern in den Köpfen fallen müssen. Aber nur selten kam ein hilfreicher Vorschlag, wie dieses Zusammenwachsen denn vollzogen werden solle.

Gemeinsame Aufbauarbeit für den Berufsstand

Viele meiner Kolleginnen und Kollegen (ich gehöre dazu) haben auf ihre Art Aufbauarbeit geleistet: sei es, dass die Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg unterstützt wurde, eine demokratische Prüfungsordnung zu schaffen oder Prüfungen von Rechtsanwaltsfachangestellten abgenommen wurden, sei es, dass mitgeholfen wurde, den Berufszweig entsprechend aufzubauen oder im Berufsausbildungsausschuss mitzuwirken.

Alles ist anders

Es gab schon vor der „Wende“ Kolleginnen und Kollegen im Beitrittsgebiet, die beim Rechtsanwalt (oder Notar) gearbeitet haben. Diese mussten von einem Tag zum anderen ihren Beruf komplett neu erlernen. Nichts war mehr so, wie sie es ursprünglich gelernt hatten: aus ZGB wurde BGB, aus RAGO die BRAGO, Umschulungsinstitute schossen aus dem Boden wie Pilze. Einige davon wurden von Kolleginnen und Kollegen unterstützt, indem sie unterrichtet und auch viele Seminare zu den vielfältigen Themen unseres Berufs an zum Teil merkwürdigen Orten gegeben haben.

Heute spricht keiner mehr davon, welche Leistung der Einzelnen es war, für ein Zusammenwachsen unseres Berufsstandes zu sorgen. Während die Leistungen der Politiker gebetsmühlenartig mit Lobhudelei wiederholt werden. Dabei ist die wirkliche Arbeit von ganz anderen gemacht worden, die Wiedervereinigung ist durch die Mitarbeit von ganz vielen Einzelnen zustande gekommen.

Darum: wir haben alle gute Arbeit geleistet! Das Zusammenwachsen verdanken wir dem Einsatz von so vielen, sowie der Bereitschaft voneinander zu lernen. Das dürfen wir nicht vergessen, um auch zukünftig nur noch gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Unser Ziel muss es sein, dass unser Berufsstand in der Öffentlichkeit einheitlich wahrgenommen wird. 20 Jahre nach dem Mauerfall, darf es nicht mehr darauf ankommen, wer wo seine Wurzeln hat.

Ihre G. Baumgärtel

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