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Krank zur Arbeit

17.12.2009
Wie sagt unsereins so schön: „Ich gehe noch mit dem „Kopf unter´m Arm“ arbeiten!“ Sicher, man nimmt sich nicht gleich für jedes Zipperlein einen Krankenschein. Mit dem Sinn und Unsinn, dem richtigen und falschen Ehrgeiz zu Krankschreibungen soll dieser Artikel zum Nach- und ggf. Umdenken anregen.
Hallo Ansteckungsgefahr
„Wer krank ist, bleibt zuhause!“ Genau so bringt es das Robert-Koch-Institut in seinen Grundregeln zur Verringerung viraler Ansteckungsgefahren in Unternehmen auf den Punkt. Stellen Sie sich vor, Ihre Kollegin/Ihr Kollege sitzt mit Schnupfen, Husten, Grippe (es muss noch nicht einmal die gefürchtete Schweinegrippe sein), Magen- und Darm-Geschichten (sprich Durchfall) im Büro. Mal abgesehen von dem Mitleid, das Sie ihm entgegenbringen, – ist es nicht unverantwortlich, ihn in diesem Zustand arbeiten zu lassen und sich selber bzw. das ganze Büro noch anstecken zu lassen? Sehen Sie – das Mitleid, das Sie Ihrem Kollegen entgegenbringen, müssen Sie auch sich selber entgegenbringen. Bleiben Sie im Krankheitsfall daheim und zwar so lange, wie Ihr Arzt Sie krankgeschrieben hat.
Und wenn keiner angesteckt werden kann?
Auch wenn keiner angesteckt werden kann, z.B. bei Magen-Schleimhaut-Entzündung, gilt das Gleiche. Krank ist krank. Der Körper benötigt Erholung. Kein Leistungssportler würde so einen Wettkampf bestreiten. Und das, was Sie sich täglich im Büro abverlangen, ist Leistung, und zwar Langzeit-Leistung. Warum glauben Sie, haben Sie solche Krankheiten? Klären Sie die Ursache. Kann es ggf. stressbedingt sein? Auch dieser kann krank machen.
Langwierige Geschichten
Was passiert eigentlich bei Krankheiten, die eines langen Heilungsverlaufes bedürfen, z. B. Herzinfarkt, Krebserkrankungen, seelische Erkrankungen, Knochenbrüche, Schlaganfälle etc., bei denen man sich auf Monate der Abwesenheit einstellen kann? Hier heißt es nach dem Krankenhausaufenthalt zunächst einmal Nachbehandlung, Reha, Kontrolluntersuchungen etc. und am Arbeitplatz ggf. auch Wiedereingliederung. Man sollte annehmen, man ist mit diesen Krankheiten schon genug bestraft. Oftmals ist man froh, wenn einem sein Leben nicht aus den Händen gleitet bzw. überhaupt Rettung möglich ist.
Und was blüht einem nicht selten im Berufsleben? Nicht immer Mitgefühl und Verständnis, sondern oftmals Kollegen, die sich schlichtweg Ihren Posten unter den Nagel reißen wollen. Auch Kündigungen sind keine gesellschaftliche Seltenheit heutzutage. Wer meint, das ist eher die Ausnahme, der irrt. Der umgekehrte Fall ist eher selten: Wenn die Kollegen auf einen warten, anstatt bei der Rückkehr Grabenkämpfe zu produzieren. Lassen Sie sich hier auf nichts ein. Ihre Gesundheit hat immer Vorrang! Holen Sie sich notfalls Hilfe, sei es in Form von Beratungen, Gewerkschaften, Psychologen, Ärzten usw. Lassen Sie sich nicht noch kranker machen!
Präventionsmaßnahmen
Prävention kann schon im Betrieb anfangen. Als Erstes sind hier natürlich hygienische Maßnahmen zu nennen: Saubere Toilettenanlagen, Flüssigseifenspender, Einmal-Handtücher etc. Zu weiteren Präventionsmaßnahmen gehört, dass man nicht krank an den Arbeitsplatz zurückkehrt, sondern sich richtig auskuriert. Eine Studie des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung ergab, dass dieser Grund die Ansteckungsgefahr in Unternehmen deutlich erhöht. Besonders bei Virenerkrankungen ergeben sich in Betrieben die häufigsten Fehlzeiten. Zur Prävention gehört auch, dass man kranke Mitarbeiter nicht in Betrieben dulden darf. Hierauf sollte Ihr Chef schon achten. Ein gutes Betriebsklima ist ebenfalls gesundheitserhaltend.
Die richtige Einstellung
Im Grunde wissen Sie genau, dass Sie nicht arbeiten sollen, wenn Sie krank sind bzw. sich krank fühlen. Sicherlich gehen Sie nicht wegen ein paar Kopfschmerzen schon zum Arzt oder nach Hause. Aber würden Sie auch mit Migräne noch arbeiten gehen? Das Gleiche gilt für leichte Magenverstimmungen etc. Letztlich wissen Sie selbst am besten, ob Sie krank sind oder werden. Sie werden dann sicherlich auch Ihren Arzt aufsuchen.
Aber hapert es oftmals bei Ihnen nicht an der Frage, wenn Ihr Arzt Sie dann krankschreiben will, ob Sie sich das auch „leisten“ können? Ob nicht Ihre Kollegen aufgeschmissen sind ohne Sie? Ob Ihr Chef es Ihnen verübeln wird, wenn Sie sich nicht am Arbeitsplatz einfinden? Ob die Arbeit nicht liegen bleibt, während Ihrer Genesung?
Vergessen Sie es, auf „den Augenbrauen laufend“ noch arbeiten zu gehen. Kurieren Sie sich aus. Krank ist krank! Kein Arbeitgeber und keine Kollegen werden Ihnen so lobend gegenüberstehen und sich zu ewigem Dank verpflichtet fühlen, Sie mehr als üblich loben oder Ihnen sonstwie beistehen. Und Ihr Büro kommt auch mal einige Tage ohne Sie aus. Sie müssen schließlich auch für kranke Kollegen einspringen.
Setzen Sie vor allem Ihre Gesundheit nicht für andere aufs Spiel! Das ist nämlich das am meisten überhörte Argument! Und wenn Ihr Chef etwas auf sich und sein Büro hält, schickt er kranke Mitarbeiter auch nach Hause.
Links
www.bmg.bund.de (Gesundheitsministerium) www.rki.de (Robert-Koch-Institut)
www.gesundheitsmanagement.com www.ihk.de
Oberhausen, 7.12.2009
Martina Ortz, Anwalts- und Büroservice