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Im Fokus: Tipps und Tricks für die erfolgreiche Bewerbung

26.01.2010
Jeder, der auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer neuen Arbeitsstelle ist, weiß, dass mitunter sehr viele Bewerber um eine Stelle buhlen. Da ist es wichtig, mit der eigenen Bewerbung gleich aus der Masse hervorzustechen, um eine gute Chance auf ein Vorstellungsgespräch und sogar den gewünschten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu haben.
So macht es einen guten Eindruck, wenn Sie vor dem Abschicken Ihrer Bewerbung auf eine Stellenanzeige in der Kanzlei anrufen und einfach fragen, ob Sie eine Bewerbung einreichen können, oder die Stelle bereits vergeben ist. Unter Umständen liegt die Kanzlei in Ihrer Nähe, sodass Sie die Bewerbungsunterlagen persönlich abgeben können. Gegebenenfalls ergibt sich bei dieser Gelegenheit auch bereits ein erstes Gespräch mit dem zukünftigen Chef. Auf diese Kontakte können Sie bestens in Ihrem Anschreiben Bezug nehmen und bieten zudem die Chance, dass man sich beim Lesen Ihrer Bewerbung positiv an Sie erinnert. Achten Sie also auch hier schon auf Ihr äußeres Erscheinungsbild und Auftreten.
Grundsätzlich sollte man zwischen verschiedenen Formen der Bewerbung unterscheiden. Sie sollten sich deshalb im Vorfeld informieren, welche Form der Bewerbung in der Stellenanzeige gewünscht wird:
Bewerbung in Papierform
Mit der altbewährten Bewerbung in Papierform haben Sie die Möglichkeit, einen persönlichen Eindruck bei Ihrem potentiellen neuen Arbeitgeber zu hinterlassen. Hierzu sollten Sie darauf achten, dass Sie ein auf die Stellenanzeige und das Unternehmen individuell zugeschnittenes Bewerbungsprofil erzeugen.
Ein solches Profil beginnt bei Ihrem Anschreiben, in dem Sie Ihre persönliche Motivation zusammenfassen und Ihre Person interessant darstellen können. Gehen Sie hierzu schon auf das Stellenangebot ein und zeigen Sie, dass Sie sich im Vorfeld mit der Kanzlei befasst haben, indem Sie beispielsweise darauf hinweisen, dass Ihre Interessen in den gleichen Rechtsgebieten liegen, die den Tätigkeitsschwerpunkt der Kanzlei darstellen. Hierzu bieten sich Recherchen auf der Kanzlei-Homepage an.
Achten Sie auch darauf, dass Ihr Anschreiben nicht „übermotiviert“, sprich zu lang wirkt. LÄnger als eine Seite sollte das Anschreiben nicht umfassen. Vermeiden Sie abgedroschene Standardfloskeln, denn nichts ist schlimmer, als eine Bewerbung, die den Entscheider beim Lesen langweilt. Unter Umständen liegt Ihre Bewerbung als nächste auf dem Stapel und findet nicht die entsprechende Beachtung weil der Leser bereits mehrfach die gleichen verwendeten Standardformulierungen lesen musste. Es gibt schier unzählige Formulierungsvorschläge für Bewerbungen in Internetforen, Broschüren und Büchern etc. Diese sollten Sie nicht einfach blind übernehmen. Nutzen Sie diese Vorschläge lediglich als Inspiration für Ihre individuelle Note bereits im Anschreiben.
Ihr Lebenslauf sollte selbstverständlich chronologisch sortiert sein, vorangestellt sind lediglich Ihre persönlichen Daten. Die letzte Station in Ihrem beruflichen Werdegang ist immer die interessanteste, daher führt die modernste Form eines überzeugenden Lebenslaufes die aktuellste Station an oberster Stelle, sodass sie für den Leser sofort erkennbar ist.
Bei Ausbildungsplatzsuchenden ist dies der letzte Schulabschluss. Auch in Ihrem Lebenslauf können Sie durch ein individuelles grafisches Layout, das sich durch sämtliche Dokumente Ihrer Bewerbung zieht, positiv auffallen. Verwenden Sie beispielsweise keine unterschiedlichen Schriftarten oder verschiedene Papiersorten und verwenden Sie Kopien niemals mehrfach. Dem aufmerksamen Leser entgehen weder Eselsohren noch andere Gebrauchsspuren oder Kaffeeflecken.
Ganz entscheidend ist ein professionelles Bewerbungsfoto. Lassen Sie sich für das Bewerbungsfoto unbedingt von einem professionellen Fotografen ablichten. Achten Sie hier bereits sorgfältig auf Ihre Kleidung, Ihre Frisur und Ihr gesamtes Erscheinungsbild. Das Foto ist Ihre Visitenkarte.
Als guter Anhaltspunkt und für einen ersten Überblick über sämtliche zu beachtenden allgemeinen Formalia bietet sich die Internetseite www.bewerbungs-tipps.com an. Hier werden Ihnen unter anderem Vorschläge für Formulierungen im Bewerbungsanschreiben angeboten, die Sie als Grundlage für die oben erwähnte individuelle Note nehmen können. Wertvolle Tipps erhalten Sie auch im RENO Basic-Teil unter Kanzlei-Alltag, Stichwort Karriere und Weiterbildung.
Auch bei der Gestaltung Ihrer Anlagen, wie beispielsweise Arbeits- oder Schulzeugnissen, sollten Sie auf Sorgfalt und Reihenfolge achten. Ordnen Sie Ihre Referenzen ebenfalls chronologisch anhand Ihres Lebenslaufes. Allerdings müssen nicht sämtliche Teilnahmebescheinigungen Ihrer besuchten Tagesseminare oder Workshops beigefügt werden, sondern nur diejenigen, die im Zusammenhang mit der Stellenausschreibung und dem Unternehmens ein „rundes“ Bild von Ihnen wiedergeben. Mit einer klaren Struktur und einer kompakten aber dennoch aussagekräftigen und individuellen Bewerbung wirken Sie kompetent, glaubwürdig und überzeugend.
Bewerbung per E-Mail oder mittels Bewerberportal
Grundsätzlich gelten für die elektronische Bewerbung die gleichen formalen Anforderungen wie für die herkömmliche Papierbewerbung. Es ergeben sich lediglich kleinere Besonderheiten, die zu beachten sind.
Speichern Sie sämtliche Anhänge und Dokumente, wie Ihren Lebenslauf im pdf-Format. Es empfiehlt sich, einen eigenen Ordner „Bewerbung“ auf Ihrem PC anzulegen. Dieser kann dann vollständig als Anlage an die jeweilige E-Mail-Bewerbung angehängt werden, sodass Ihr zukünftiger Arbeitgeber alle relevanten Unterlagen in einem Arbeitsschritt speichern und sichten kann. Bei der elektronischen Bewerbung kann auf ein gesondertes Anschreiben verzichtet werden und der Text Ihrer E-Mail als solches dienen. Achten Sie jedoch darauf, dass in der Stellenanzeige nicht doch explizit ein gesondertes Anschreiben gewünscht wird.
Generell sollten Sie sich auch beim Erstellen Ihrer elektronischen Bewerbung genügend Zeit für jede einzelne Stellenausschreibung nehmen und sowohl bei der E-Mail-Bewerbung als auch beim Hochladen Ihrer Daten auf ein Bewerberportal sorgfältig alle geforderten Informationen mitsenden beziehungsweise hochladen.
Nicht von der Hand zu weisender Vorteil der elektronischen Bewerbung ist eine nicht unerhebliche Kostenersparnis, gerade wenn Sie eine Vielzahl verschicken wollen oder müssen. Dennoch sollten Sie nicht an der Qualität der Bewerbung sparen. Es gilt die gleiche Sorgfalt wie für eine Papierbewerbung. Denn auch wenn Sie eine Bewerbung „nur“ per E-Mail verschicken, so ist diese dennoch ein Geschäftsschreiben, dass Sie repräsentieren muss und mit dem Sie in einer recht anonymen Masse von Bewerbern hervorstechen möchten, und zwar ganz ohne grellbunte Bewerbungsmappe…
Viviane Holingue, Rechtsfachwirtin
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