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Im Fokus: Renos und Ehrenämter

Die Vereinsmanagerausbildung
17.02.2010
Wann immer Sie als Reno in einen Verein kommen, sobald Sie Ihren Beruf den übrigen Mitgliedern verraten, wird der 1. Vorsitzende Sie mit Sicherheit anschließend immer freudiger begrüßen, sich öfter mit Ihnen unterhalten, um Ihnen letztendlich ein wunderbares Ehrenamt „aufs Auge zu drücken“, sei es im Bereich Protokollführung, Pressearbeit, Beitragswesen oder Geschäftsführung. „Einmal am Haken“ der lieben Ehrenamtlichen kann man sich nur noch schwer entziehen. Auch wenn der Spaßfaktor zählt, man in guter Gesellschaft ist, das Arbeiten und Organisieren Spaß bringen – ein Ehrenamt ist immer auch ein unbezahlter Nebenjob.
Um das ehrenamtliche Engagement zu fördern, haben die Dachverbände die sog. „Vereinsmanagerausbildung“ ins Leben gerufen. Der Vereinsmanager erhält im Übrigen auch – genau wie ein Trainer mit gültiger Lizenz – eine sog. Aufwandsentschädigung, sodass auch die Arbeit auf Vereinsebene für Funktionäre bezuschusst wird.
Voraussetzungen
Die Voraussetzungen für die Ausbildung sind zunächst recht einfach. Man muss mindestens 16 Jahre alt sein, in einem dem Landesverband angeschlossenen Sportverein Mitglied sein und an dem Lehrgang auch teilnehmen. Der Ausbildungsumfang beträgt 120 Unterrichtseinheiten. Je nach Verein und Verband werden Tages-, Wochenend- oder Wochenlehrgänge bzw. jeweils einzelne Module angeboten.
Ziele der Vereinsmanagerausbildung
Die Vereinsmanagerausbildung verfolgt das Ziel, die Vereinsarbeit zu erleichtern, indem
- Organisations- und Verwaltungsaufgaben im Verein selbständig durchgeführt werden können,
- Aufgaben im Wirtschafts-, Steuer- und Finanzbereich erledigt werden können,
- erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird und
- die Trainer und Betreuer des Vereins im Spielbetrieb entsprechend unterstützt werden.
Ausbildungsinhalte
Zu den Grundlagen im Recht gehören die Sachgebiete Vereins- und Verbandsarbeit, Vertragsrecht, Aufsichtspflicht und Haftungsfragen, Arbeitsrecht, Steuerrecht. Zu dem Lehrmodul Finanzen gehören die Themenbereiche: Gesetzliche Vorschriften, Gemeinnützigkeit, Haushaltsplanung und Controlling, Buchführung/Rechnungswesen, Steuerarten und Besonderheiten der Vereinsbesteuerung, Gebühren und Abgaben, Sportfördermöglichkeiten. Ferner beinhaltet die Ausbildung Organisations- und Personalentwicklung, Gremienarbeit, Mitgliederverwaltung, Sportanlagen, Sportbetrieb, Versicherungen, Marketing, Kommunikation, Veranstaltungen, neue Medien.
Weitere Lizenzen
Zuerst erwirbt man nach der Belegung des Vereinsmanagerlehrganges die sog. Vereinsmanager-C-Lizenz. Sie umfasst Lehreinheiten von 120 Übungsstunden und endet mit einer Prüfung zur Erlangung der Lizenz.
Weiterhin gibt es noch die Vereinsmanager-B- und Vereinsmanager-A-Lizenzen. Diese Ausbildungen bauen auf der Grundlage der Vereinsmanager-C-Ausbildung auf, vertiefen noch einmal das dort erworbene Fachwissen und die Teilnehmer erwerben spezielle Kenntnisse für Führungskräfte. Mit insgesamt weiteren 60 Unterrichtseinheiten können diese Lizenzen erworben werden
Bezuschussung
Wie eingangs erwähnt, wird auch der Vereinsmanager ähnlich wie ein Trainer mit einer gültigen Trainerlizenz bezuschusst. Der Verein muss hier für seinen Vereinsmanager einen Antrag auf Bezuschussung stellen. Die Höhe der Zuschüsse richtet sich nach der vorhandenen Lizenz des Vereinsmanagers. In der Regel betragen die Zuschüsse:
- je Vereinsmanager C 300,00 € pro Jahr,
- je Vereinsmanager B oder A 400,00 € pro Jahr,
- zuzüglich einmalige Fahrtkostenpauschale von jährlich 65,00 €.
Die Bemessung der genauen Höhe erfolgt in der Regel auf der Grundlage der Mitgliederzahlen.
Ausbildungskosten
Die Kosten für die Vereinsmanagerausbildung können unterschiedlich hoch sein, je nach Anbieter und Verband. In der Regel belaufen sie sich auf 275,- € bis 500,- € inklusive Ordner und Seminarunterlagen. Es empfiehlt sich hier aber immer, mehrere Anbieter zu vergleichen.
Martina Ortz, Oberhausen
Anwalts- und Büroservice
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