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Im Fokus: Qualitätsmanagement für Kanzleien

02.02.2010

Qualitätsmanagement – für die einen wirksames Instrument zur Firmenpräsenz, für die anderen „reine Geldmacherei“.

Was genau verbirgt sich hinter Qualiätsmanagement?

Grundlagen

Die Basis des Qualitätsmanagements, welches für Rechtsanwaltskanzleien Gültigkeit hat und Zertifizierung bedeutet, ist in der Regel die DIN ISO 9001-2008. Die DIN ISO 9001-2008 beschreibt die internationalen Anforderungen an die Gestaltung des Qualitätsmanagementsystems.

Durch das Qualitätsmanagement soll neben der fachlichen Kompetenz des Anwalts an sich (z. B. durch den Fachanwaltstitel) die Prozess- und Servicequalität in seinem Unternehmen verbessert werden. Einen wichtigen weiteren Bestandteil stellt in Berufen mit hohem Beratungsanteil (z. B. Rechtsanwälte, Ärzte, Kliniken, Dienstleister etc.) die Kundenzufriedenheit dar. Darüber hinaus ist die Mitarbeiterzufriedenheit ein weiterer Baustein. Durch Qualitätsmanagement soll eine entscheidende Verbesserung der Organisation eines Unternehmens erreicht werden. Reibungslose Abläufe sollen gute Ergebnisse als Folge haben. Der Weg zur Qualität wird in der Regel in drei Schritte gegliedert:

  • Was soll erreicht werden?
  • Wie soll es erreicht werden?
  • Wie stellt man es sicher?

 

Aufbau des Qualitätsmanagements nach DIN ISO 9001-2008

Die groben Bestandteile sind zunächst einmal

  • die Firmenleitung
  • der Mitarbeiterbereich
  • die Kundenorientierung
  • die Realisierung der Ziele
  • Auswertung und entsprechende Verbesserung von Vorgängen

 

Leitung

Der Firmenleitung obliegen Vorgänge wie

  •  die strategische Ausrichtung der Kanzlei und Planung des Qualitätsmanagements
  • Strategien zur Erreichung der Ziele
  • Überprüfung von Strategie und Ziel
  • die Verantwortung und die Befugnisse
  • die Kundeneinschätzung
  • Budgetierung und Kapazitätsplanung
  • Umgang mit Ressourcen
  • die interne Kommunikation
  • die Dokumentation des Qualitätsmanagementprozesses

 

Mitarbeiterbereich

Hier sind folgende Bestandteile von Belang:

  • Zusammenstellen anfallender Arbeiten (z. B. durch Funktionspläne)
  • Zuordnung der Arbeiten zu den Mitarbeitern, Festlegung der Verantwortungsbereiche
  • Definition von Aufgaben und Kompetenzen in Stellenbeschreibungen
  • Mitarbeiterzufriedenheit, Weiterbildung, Leistungen der Kanzlei
  • Regelung wiederkehrender Arbeitsabläufe und Arbeitsschritte
  • interne Kommunikation über Hierarchieebenen hinweg

 

Kundenorientierung

Kundenorientierung gehört zur Qualität eines Unternehmens. Ein Kunde erwartet vor allem

  • Zeit für ein Gespräch
  • Einhaltung von Terminzusagen
  • Freundlichkeit und Zuverlässigkeit des Anwalts und der Mitarbeiter
  • geringe Wartezeiten
  • angemessenes Preis-/Leistungs-Verhältnis
  • Beschwerdemanagement

Realisierung der Ziele

Die Realisierung der Ziele ist zum einen stark auf den Kunden und seine Zufriedenheit ausgerichtet. Der Kunde muss Vertrauen in die Kanzlei und seine Mitarbeiter haben. Bei einer zertifizierten Kanzlei kann der Kunde z. B. immer vom Vorhandensein eines Beschwerdemanagements ausgehen. Zum anderen geht es darum, die Abläufe professioneller und effizienter zu gestalten. Dazu gehört das Bewusstsein der Mitarbeiter für das Qualitätsmanagement, z. B. durch Protokollierung, interne Besprechungen, klare Dienstanweisungen.

Auswertung und Verbesserung

Schließlich muss das Unternehmen Maßnahmen zur Messung und Analyse der Prozesse planen, um Fehlerquellen zu beseitigen. Aufzeichnungen werden ausgewertet und Korrekturen durchgeführt sowie das Management-System neu ausgerichtet bzw. angepasst.

Vorgang der Zertifizierung

Beim Qualitätsmanagement beruhen Prozesse und Arbeitsabläufe auf einem Management-System. Ein externer sog. „Auditor“ prüft in Unternehmen, ob das Management-System der zu zertifizierenden Norm entspricht. Probleme werden behandelt, Prozesse und Arbeitsabläufe werden protokolliert bzw. im Handbuch aufgeführt. Es werden sowohl mit dem Auditor als auch intern Besprechungen in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Dies ist auch nötig, um zu gewährleisten, dass alle Mitarbeiter die Prozesse einhalten und das Managementsystem bei Veränderungen angepasst werden kann.

Die Kanzlei erhält dann vom sog. Zertifizierer, dem der Auditor Bericht erstattet, seine Zertifikation.

Quellenangaben/Links

www.wikipedia.de

www.datev.de

www.lexgate.de

www.qmhandbuch.de

www.brainguide.de

www.din.de

 

Martina Ortz

Anwalts- und Büroservice

 

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