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Im Fokus: Erfahrungsbericht Heimarbeit

22.09.2010
Dieser Bericht knüpft an den Artikel „Im Fokus: Heimarbeit – Moderne Alternative zum reinen Kanzleiarbeitsplatz” vom 19.01.2010 an und beinhaltet die persönlichen, positiven Erfahrungen der Autorin nach fast 1,5 Jahren Heimarbeit:
„Mit inzwischen 2 kleinen Kindern (das jüngere: 9 Wochen, das ältere: 21 Monate) ist es mir im Wege der Heimarbeit möglich, bis zu 20 Stunden pro Monat zu arbeiten.
Bewährt haben sich vor allem qualifiziertere Tätigkeiten wie Zwangsvollstreckungs-maßnahmen, Kostenabrechnungen (PKH-Verfahren, Kostenfestsetzungsanträge und Be-schlusskontrollen) und Forderungsanmeldungen im Insolvenzverfahren. Auch Mahnbescheide im Barcodeverfahren können zuhause erstellt und als PDF-Datei in die Kanzlei geschickt werden, wo sie ausgedruckt und unterschrieben werden können.
Posteingänge können zur weiteren Bearbeitung problemlos per Fax oder eingescannt und im PDF-Format als Mailanhang verschickt werden. Hierbei hat letztere Form den zusätzlichen Vorteil, dass die Übertragungsqualität erheblich besser ist als beim Fax, weil auch Kleingedrucktes und farbige Texte lesbar bleiben.
Und wenn denn doch ein Blick in die Original-Papierakte unentbehrlich ist, ist auch dies – aufgrund der geringen Entfernung zur Kanzlei (ca. 5 km) – ein lösbares Problem: Die persönliche Aktenabholung und der Rücktransport lassen sich auch mit den Kindern bequem tagsüber erledigen.
Technisch hat es in den nunmehr 18 Monaten meiner Heimarbeit keine größeren Probleme gegeben. Im Grunde hat sich hier alles bewährt. Die Verbindung über das ‚virtual private network’ (VPN-Verbindung) dauert zwar etwas, dies liegt aber vor allem daran, dass beim Programmstart Verknüpfungen mit den Laufwerken des Kanzleiservers aufgebaut werden müssen, um auf die Kanzleidaten zugreifen zu können. Die Arbeit in der Kanzleisoftware läuft dann mit normaler ‚Kanzlei-Netzwerkgeschwindigkeit’.
Aufgrund der erheblich höheren Datenübertragungsfrequenz hat sich innerhalb unseres Hauses allerdings die W-LAN-Verbindung als nicht belastbar genug erwiesen. Hier lag die Lösung in der Anschaffung eines Highspeed-D-LAN-Sets mit 200 MBit-Übertragungs-frequenz (Datenübertragung zwischen Notebook und DSL-Router über die Stromleitung), das allerdings auch schon für ca. 100 Euro erhältlich ist und die Arbeit erheblich komfortabler macht. Zudem ist aufgrund der integrierten Verschlüsselung im Vergleich zur verschlüsselten W-LAN-Verbindung die Datensicherheit höher.
Da die Heimarbeit eine permanente Netzwerkverbindung über die DSL-Leitung erfordert, hat sich die DSL-Flatrate schnell bezahlt gemacht. Neben dieser dauerhaften Internetverbindung sind auch Telefonate und Faxe kaum zu vermeiden (Abstimmungstelefonate mit der Kanzlei, Telefonate mit Gerichtsvollzieher und Mahngericht, …), und weil wir alle drei Medien auch privat zur Kommunikation nutzen, hat sich bei uns auch eine kombinierte DSL-/Telefon-Flatrate schnell als kostensparend erwiesen.”
Andrea Tillmanns, geprüfte Rechtsfachwirtin, Nettetal
Für einen Erfahrungsaustausch steht die Autorin gerne über das Forum „Heimarbeit” zur Verfügung.
Die Heimarbeit als Arbeit im oben beschriebenen Home-Office ist zu unterscheiden von der Heimarbeit im Sinne des Heimarbeitsgesetzes. Die Arbeit im Home-Office wird juristisch als Telearbeit bezeichnet. Die rechtliche Erklärung dazu finden sie im Rechtswörterbuch:
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