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03.11.2009
Ist die körperliche Fitness ein Erfolgsfaktor für die Karriere?
Wir wollen uns diesem Thema einmal von der anderen Seite nähern: Was passiert mit uns Büromenschen bei Bewegungsmangel? Welche Folgen hat er für Körper und Seele?
Gehen wir einmal von einem durchschnittlichen 8-stündigen Bürotag aus. Sie kommen abends aus dem Büro und fühlen sich kaputt und ausgelaugt, so als hätten Sie nicht nur geistige, sondern auch körperliche Arbeit verrichtet. Jetzt noch Sport???
JAAA!!! Aber: bitte keine sportliche Höchstleistung mehr produzieren wollen!!! Stattdessen:
- Ein richtiges Maß an Bewegung.
- Ein richtiges Maß an Entspannung.
- Und die richtige Ernährung.
Man könnte es wie folgt beschreiben: Das Erholungspensum muss Ihrem Stressvolumen angepasst werden. Die Fähigkeit, sich zu erholen, ist bei der Entspannung maßgeblich. Oftmals hat man diese Fähigkeit verloren. Dann muss Erholung neu trainiert werden.
Werfen wir einen Blick auf die Spitzensportler. Diese müssen häufig bewusst Erholung trainieren, weil ihnen sonst genau wie jedem anderen diese Fähigkeit abhanden kommt. Ohne Erholung bleibt Stress übrig, der konstant anwächst und als Ergebnis Übertraining, zunehmende Schwäche und schlechte Leistung nach sich zieht. Nicht-Leistungssportler merken es daran, dass Merkmale wie chronische Müdigkeit, Schmerzen, Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Launenhaftigkeit, negatives Denken, Angst, Freudlosigkeit, Depressionen, Gewichtsprobleme etc. auftreten können. Man könnte auch sagen, dass Erholung genau wie das Training das Fundament für Leistungsstärke bildet. Bei allen anderen bildet es das Fundament für ihre Gesundheit (u.a. auch als Altersbasis) und Lebenslust.
Welche Möglichkeiten der Erholung gibt es?
Erholung von Stress kann sowohl durch Bewegung geschehen als auch durch körperliche Ruhe. Man unterscheidet zwischen der passiven Erholung und der aktiven Erholung.
Passive Erholung:
Bei der passiven Erholung befindet sich der Körper in einer Ruheposition, das bedeutet, er wird nicht bewegt und dadurch der Stresszyklus unterbrochen. Das Schlafen ist dabei eine der wichtigsten passiven Erholungsmethoden. Man sollte generell von ca. 8 Stunden Schlaf ausgehen.
Weitere Erholungsmethoden sind:
- Kino
- Meditieren
- Massage
- Lesen, Lachen
- Kosmetikerin, Friseur
- Atementspannung, Autogenes Training,
- Progressive Muskelentspannung
- Lieben
Aktive Erholung:
Bei der aktiven Erholung handelt es sich um leichte körperliche Aktivitäten, durch die Stresszyklen unterbrochen werden:
- Spaziergänge
- Walken, Laufen
- Tai Chi
- Yoga
- Radfahren
- Schwimmen
- Sport allgemein
Was bedeutet das Ganze übertragen auf den Büromenschen?
Der Büromensch sollte grundsätzlich von aktiver Erholung für sich ausgehen. Der Unterschied zum Spitzensportler besteht darin, dass er sich im Büro zu wenig bewegt, um den körpereigenen Stoffwechsel und Muskeltonus richtig anzukurbeln.
Aber wird das nicht zuviel, neben dem Beruf noch die aktive Entspannung zu betreiben?
Stellen Sie sich vor, dass der Mensch ein Jongleur ist. Jeder Ball, mit dem er jongliert, steht für einen Bereich (Beruf, Familie, Freizeit, Freunde etc). Mal ist einer oben und mal der andere unten. Aber alle Bälle wollen jongliert werden. Machen Sie also z.B. Ihren Beruf zur Hauptattraktion Ihrer Jonglierkünste, kommen andere Bereiche zu kurz wie Partnerschaft, Freunde, Bewegung, Entspannung. Nicht nur, dass Sie damit das Beste verpassen, Sie werden auch kurzatmig.
Überprüfen Sie Ihre Grundsituation (z.B. Familie, Freunde, Bürozeiten etc.). Angenommen Sie haben Familie und Kinder, so können Sie mit einer Radtour enorm viel Bewegung erreichen. Gleiches gilt für Wandertouren, Ausflüge, Walken mit Freund/Freundin etc., oder laden Sie Ihren Mann/Ihre Frau zum Tanzen ein. Versuchen Sie das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden. Suchen Sie die aktive Entspannung durch das, was Sie lieben, oder verbinden Sie einfach aktive Entspannung mit der passiven, indem Sie zum Kino laufen oder mit dem Rad fahren.
Und noch ein Wort an die Frauen:
Lernen Sie zu delegieren! Wenn Sie z.B. eine Radtour planen, überlassen Sie Ihren Kindern/Partnern auch mal die Arbeit der Planung, des Einkaufs, der Route und machen Sie nur einen kleinen Teil des Ganzen. Und schleppen Sie nie wieder den Picknickkorb selber! Das können andere auch machen. Sonst sind am Ende alle anderen entspannter als Sie!
3 x 8-Modell
Sehr gut zurecht, kommen die meisten Leute auch mit dem 3 x 8-Modell. Dies bedeutet:
- 8 Stunden Schlaf,
- 8 Stunden Arbeit,
- 8 Stunden Freizeit = 24 Stunden
Woran erkenne ich, dass ich mich erholt habe?
Meistens sind es folgende Merkmale, die auf Erholung schließen lassen: weniger Hunger, Erleichterung, Spaß, Freude, Humor, Glücksgefühle, Selbstrespekt, innere Ruhe, Ausgeglichenheit, Phantasie, Kreativität.
Und warten Sie nicht auf Ihre Motivation. Sie werden feststellen, sie kommt immer nach der Aktivität mit den guten Gefühlen.
Martina Ortz
Quellenangaben:
Sprenger, Mythos Motivation
Loehr, Die neue mentale Stärke
Loehr, Praktische Sportpsychologie
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