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Praktische Ausbildung in der Kanzlei
Was passiert jetzt?
Im Büro werden Sie von Ihren Arbeitgebern und bereits ausgebildeten, erfahrenen Kollegen angeleitet.
Ihnen soll im ersten Ausbildungsjahr die praktische Arbeit im Büro vermittelt werden und wie Sie mit den Arbeitsmitteln umzugehen haben. Sie lernen mit spezieller Anwalts-/Notarsoftware umzugehen und schreiben kleine Diktate und Briefe. Sie werden in die Systematik der Akten eingeführt und lernen professionell zu telefonieren, den persönlichen Umgang mit den „Kunden” sprich Mandanten, aber auch den Umgang mit den Chefs und Kollegen.
Im zweiten Ausbildungsjahr werden Ihnen auch schon kleinere Sachverhalte in den Akten übertragen. Sie sollten ein Mahnverfahren betreuen können – auch in diesem Bereich ist die Vermittlung der Kenntnisse des elektronischen Datenaustauschs erforderlich. Sie sollen die Gesetze nicht mehr als schulische Übung auffassen, sondern im Büroalltag anwenden. Sie beginnen, sich mit einfacheren Zwangsvollstreckungsangelegenheiten zu beschäftigen, Sie kennen die wesentlichen Fristen und sehen auch schon Zusammenhänge der einzelnen Arbeitsschritte.
Im dritten Ausbildungsjahr verfestigen sich Ihre Kenntnisse, und wenn Sie den kombinierten Beruf der Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellten erlernen, kommt spätestens jetzt die Ausbildung im Notariat hinzu.
Sorgfalt ist geboten
Der Unterschied zur Schule ist in der Praxis natürlich, dass die Ergebnisse Ihrer Arbeit nach Kontrolle das Büro verlassen und einen rechtlichen Prozess in Gang setzen oder weiterführen.
Das erste Lehrjahr
Sie lernen,
- was die Aufgaben des Rechtsanwalts und Notars sind,
- welche Gesetze Sie in der Regel für Ihre Arbeit benötigen,
- wie die Grundregeln des Sozial- und Arbeitsrechts aussehen,
- welches die Aufgaben der Rechtspflege sind und
- Sie steigen in die Grundzüge der Buchhaltung ein.
Darüber hinaus wiederholen Sie Ihre Grundkenntnisse aus den allgemein bildenden Schulen in Staatskunde. Sie sehen also, Sie werden zunächst umfassend allgemein ausgebildet.
Das zweite Lehrjahr
Die Aufgaben werden nun konkreter:
- Sie steigen in der Berufsschule in die verschiedenen Gesetzestexte ein.
- Sie lernen zu erkennen, welche Rechtsgebiete durch welche Gesetze geregelt werden.
- Anhand praktischer Übungsfälle wenden Sie diese Gesetze an.
Das dritte Lehrjahr
Nun werden die Lerninhalte schon sehr speziell:
- Sie erlernen zuerst die theoretischen Voraussetzungen von bestimmten Arbeitsgängen, die Sie in der Berufsschule in Klausuren üben, im Büroalltag dann aber schon immer selbstständiger anwenden müssen.
Ausbildungsrahmenplan
Konkret werden alle Ausbildungseinheiten im Ausbildungsrahmenplan geregelt, der Ihnen bei Abschluss des Ausbildungsvertrags vom Arbeitgeber ausgehändigt wird. Aus diesem können Sie ersehen, wann welcher praktische Teil der Ausbildung geübt werden muss.