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Mobbing erkennen und bekämpfen

Alltägliche Reibereien

Das kommt immer wieder vor: An manchen Tagen geht man nicht gern zur Arbeit und ist unmotiviert. Vielleicht versteht man sich auch mit dem einen oder anderen Kollegen einfach nicht so gut. Kleine Reibereien mit Kolleginnen, unterschiedliche Arbeitsauffassungen, der eine stellt seine Tasse nie in die Spülmaschine und die andere hat doch schon zweimal hintereinander gespült und beschwert sich nun darüber – solche Auseinandersetzungen kommen in den besten Familien vor und gehören zum Arbeitsalltag dazu.

Systematische Schikane

Wird ein Arbeitnehmer jedoch systematisch in einem engen zeitlichen Zusammenhang von anderen Kolleginnen und Kollegen oder gar dem Vorgesetzten angefeindet, schikaniert, ausgegrenzt und diskriminiert, so spricht man vom sog. Mobbing bzw. Bossing, wenn die Attacken vom Chef ausgehen.

Solche Übergriffe geschehen meist schleichend, aber mit Methode, z.B.:

  • Betritt das Mobbingopfer den Raum, verstummen die Gespräche.
  • Wichtige Informationen oder Termine werden ihm vorenthalten.
  • Gerüchte werden gestreut, natürlich hinter dem Rücken des gemobbten Kollegen.
  • Man stellt das Opfer als dumm und unfähig dar, übt lautstark Kritik wegen Kleinigkeiten, übergeht den "ungeliebten" Kollegen und missachtet seine Person.
  • Auch sexuelle Übergriffe können vorkommen.

Der Attackierte wird zum Außenseiter, fühlt sich verunsichert und unwohl, soziale Kontakte ebben dadurch weiter ab. Durch die mangelnde Zusammenarbeit mit den Kollegen können sich Fehler bei der Arbeit ergeben. Auch die Konzentration wird nachhaltig beeinflusst. Der Stress wirkt sich negativ auf das körperliche Wohlbefinden aus und verursacht nicht selten schwerwiegende Krankheiten.

Bemerken Sie Ihnen gegenüber derartige Verhaltensweisen durch einzelne oder mehrere Kolleginnen oder Kollegen, so heißt es: Handeln Sie und suchen Sie sich Unterstützung.

  • Wehren Sie sich und verharren Sie nicht in dieser aufgezwungenen Opferposition!
  • Dokumentieren Sie die Mobbingvorfälle und ihre Folgen genau mit Datums- und Uhrzeitangabe. Zeichnen Sie täglich Ihre Arbeitsleistungen auf.
  • Informieren Sie Ihre Familie!
  • Schaffen Sie sich Rückhalt durch neutrale Kollegen, sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten und mit dem Betriebsrat, wenn es einen gibt.
  • Nimmt sich Ihr Vorgesetzter Ihrer Angelegenheit nicht an oder ist er möglicherweise sogar selbst der Mobber, so können Sie sich an professionelle Beratungsstellen wenden. Ansprechpartner sind z.B. die Gewerkschaft ver.di, die Krankenkassen, Beratungstelefone oder der Verein gegen psychosomatischen Stress und Mobbing e.V. Auch die RAK oder Notarkammer kann Hilfe bieten, teilweise gibt es dort sogenannte Ausbildungsberater.

Mehr Informationen:

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